Das Stammhaus der Familie Steffens

                Anfang des 20. Jahrhunderts ...........            ................. im Jahre 2006

                                             

                                                        Die Halle von der Eingangstür aus.

Langemarkt 41, Danzig

Carl Gustav Steffens, Begründer der Getreide-Export-Firma (insbesondere Getreide aus Polen / Ostpreuβen / Liverpool) kaufte das Haus

mit schlichter Fassade zum Markt und zur Brodbäukengasse um 1810 herum vom damaligen Bürgermeister Speymann von der Speye

als Geschäfts- und Wohnhaus.

 

Architekt des Goldenen Hauses war Abraham van dem Blocke, der ebenfalls den opulenten, plastischen Figurenschmuck der Hausfassade

entworfen hat. Die Vielzahl von mit echtem Blattgold belegten Figuren, Köpfen, Schmuckelementen macht das Steffensche Haus zu einem

der bekanntesten Häuser in der Danziger Rechtstadt.

Die Vergoldung ist in den verflossenen 200 Jahren oft erneuert worden und auch nach dem 2. Weltkrieg von den Polen, so dass die

antike Fassade strahlend wie ehemals Blickfang für den Betrachter des altehrwürdigen Langen Marktes der ehemaligen

"Freien Hansestadt Danzig" ist.

 

Ganz oben auf dem nach vorn abgewalmten Dachfirst thront Göttin Fortuna, unter ihr auf der Balustrade sehen wir Kleopatra und Ödipus,

Achilles und Antigone. Auf den einzelnen Stockwerken stehen Bildnisse aus der Antike, aber auch der deutsche Kaiser Otto III. und der

polnische König Wladyslaw Jagiello finden sich neben dem Wappen des Speymannschen Hauses.

Lange hielt sich folgendes Grücht, wie die Fassade entstanden sei:

Ein Frachtschiff hatte eine Havarie in der Danziger Bucht. Dieses befand sich auf der Tour von Florenz nach St.Petersburg und hatte

als Fracht zwei Florentiner Renaissance-Fassaden für ein Haus mit Vorder und Rückfront geladen, die ein russischer Großfürst in Auftrag

gegeben hatte. C.G.Steffens ließ das Schiff heben, es konnten jedoch nur Teile der beiden Fassaden geborgen werden. Aus diesen wurde

die Vorderfront zusammengestellt und an Langemark 41 als Fassade angebracht. Sie zeigt Szenen aus der römischen Geschichte.

 

C.G. Steffens starb 1825 unter Hinterlassung des für damalige Zeiten nach den Freiheitskriegen sehr großen Vermögens von

1 Million Thalern.

Er ruht auf dem von ihm erbauten Mausoleum auf dem "Alten Johannisfriedhof".

 

Heute beherbergt das Haus das polnische Meeresinstitut. Leider war der Direktor ein sehr unfreundlicher Mensch, so dass

keine weiteren Informationen oder Bilder zum Gebäude gemacht werden können.